GOETHES WERTHER

 

Der erste Bestseller der deutschen Literaturgeschichte

 

Johann Wolfgang von Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" erschien im Herbst 1774 zur Leipziger Buchmesse und wurde der erste Bestseller der deutschen Literaturgeschichte. 2014 feiert Goethes Briefroman seinen 240. Geburtstag.

 

Im Roman berichtet der junge Rechtspraktikant Werther in Briefen an einen Freund von seiner unglücklichen Liaison zur 19-jährigen Charlotte S. Werther weiß, dass sie einem anderen Mann versprochen ist und seine Liebe unerfüllt bleiben wird. Entgegen allen Regeln der Vernunft sucht er nach Erfüllung seiner als absolut gesetzten Liebe für Lotte. Schließlich begreift er das Scheitern dieser Liebe an den Gesellschaftskonventionen und setzt seinem Leben durch eine Kugel in den Kopf ein Ende.

 

Dieser Klassiker des "Sturm und Drang" machte Goethe über Nacht in Deutschland und ganz Europa berühmt. Bis 1790 erscheinen allein 30 deutschsprachige Drucke, 1775 die erste Übersetzung in Frankreich und 1781 in England. Napoleon soll das Werk, so berichtete er Goethe höchstpersönlich, siebenmal gelesen haben. Bis heute sind mehr 10 Millionen Exemplare des Buches in über 60 Sprachen über die Ladentische gegangen.

 

Der Roman fand nicht nur Anhänger. Goethe musste von kirchlich-bürgerlicher Seite viel Empörung und Missbilligung hinnehmen, da der Veröffentlichung eine Selbstmordwelle unglücklicher junger Menschen folgte, die Werthers Tod nachahmten.

 

Bis heute ist "Werther" ein genau gezeichnetes Psychogramm eines jungen Menschen zwischen egomanischem Überschwang der Gefühle und Wut auf die Regeln, die die Gemeinschaft ihm vorlebt.

 

Werther ist der Prototyp des emotional und geistig revoltierenden Jugendlichen, der erste "Stürmer und Dränger unter den Romanfiguren" seiner Zeit und damals wie heute: KULT.